Marktforschung mit Scan-Stift
Liebe LeserInnen!
Gestern erreichte uns eine E-Mail, in der wir auf ein neues Instrument der Marktforschung hingewiesen wurden. Verschiedene Printmedien begannen jüngst damit, an ausgewählte LeserInnen so genannte Scan-Stifte auszugeben.
Die LeserInnen wurden aufgefordert, jeweils die letzte gelesene Zeile, in den von Ihnen gelesenen Artikeln, mit diesem Stift einzuscannen. Die Daten wurden anschließend an einenServer übertragen und statistisch ausgewertet. Ziel der Aktion ist die kundengerechtere Gestaltung der Zeitungen. Scheinbar überbewertete Sparten wie z.B. der Sportteil könnten zu Gunsten von Societyberichten verkleinert und/oder ausgegliedert werden. Ganz nach dem Motto: “Meine Zeitung schreibt nur noch das, was ich auch lesen will. Den Rest Altpapier kann sie gleich für sich behalten.”Sie können sich vorstellen, welche Informationswüsten dabei entstehen werden.
Wir von der Neue Havanna Zeitung werden uns dieses neuen Marktforschungswerkzeugs konsequent enthalten. Zumal uns das Bild von mit Scan-Stiften an ihren Monitoren hantierenden NHZ-LeserInnen abschreckt. Unsere Rechtsabteilung warnte uns ebenfalls vor unkalkulierbaren juristischen Folgen, die durch Schadensersatzklagen von scannenden LeserInnen mit daraus resultierenden Haltungs- oder Hardwareschäden auf uns zukommen könnten.
Unser Blatt bleibt seiner Linie treu. Bei uns werden Sie, liebe LeserInnen, auch in Zukunft mit dem rechnen können, was Sie von uns gewohnt sind. Wie schon sinngemäß unsere Eltern zu sagen pflegten: “Solange du mit deinem Browser unsere URLs aufrufst, wird gelesen, was in die NHZ kommt!”
Es grüßt voreingenommen, ungerecht und rücksichtslos
Alle Artikel des Autors: Eduard vom Steinhof


Am 12. Juni 2007 um 10:33 Uhr
Wir fordern totalen Boykott von Scanner-Stiften und sogenannten Rabatt-Karten in Kaufhäusern etc. und sonstigen Überwachungsmechanismen!
Unglaublich das alles. Und ich war seinerzeit gegen die Volkszählung - ein harmloses Vergnügen gegen heute!
Am 12. Juni 2007 um 13:40 Uhr
@ EvS & Waffelmann
lieber gescannt als gepiekst, würde mein Freund Donald jetzt meinen.
Aber Scherz beiseite, auch ich mag die Vorstellung nicht, dass Leser meine Artikel nicht zu Ende lesen und mir das dann auch noch mitteilen wollen.
Der Redakteur schreibt für die Welt und nicht für das Subjekt.
Nach dem Motte:
Wes´ Artikel ich les, des´ Url ich brach.
Mit gescannten Grüssen (old arpanet lässt grüssen, hallöchen ihr da drüben)
Meister Jeder, gescannter Redakteur