Koch wirft hin!
Nicht nur daß sich sein Wahlkampf in den vergangenen Wochen anders entwickelte, als er es sich hätte träumen lassen, mußte der schwer angeschlagene hesslische Ministerpräsident, geplagt von einer Bronchitis und seiner Frau Anke, nun auch noch die Intervention seiner Chefin hinnehmen.
Angesichts des drohenden Niedergangs ihres ehemaligen Kronprinzen - man muß es mittlerweile deutlich so formulieren - und um Schaden von der Partei abzuwenden (schließlich bedeutet jede Stimme auch viel Wahlkampfkostenerstattung), hat Angela Merkel - ohne den hesslischen Hausherrn zu informieren - die Frauenkarte gezogen und Kochs Widersacherin Ypsilanti den Zickenkrieg erklärt.
Das war auch dem härtesten Wahlkämpfer Deutschlands zuviel: noch gezeichnet von den harten Schlägen, die er angesichts seiner Prügelausländerdebatte von allen Seiten hatte einstecken müßen (selbst die rechtskonservativen Zentrumsparteien aus dem nationalistischen Ursumpf [Anm.d.Red.: Merkels Beispiel folgend rückten auch sie wieder in die Mitte] sahen sich ihrer Hetztiraden enteignet), und den anschließend erfolgten Abstufungen durch die internationalen Rating-Ageturen auf sell, hat er heute um 5 vor zwölf - dem unvermeidlichen Untergang vorgreifend und passend zu seinem Look - in klassischer Boxermanier das Handtuch geworfen.
Wie durch seinen Büroleiter am Nachmittag verlautbart wurde, geht es Roland Koch den Umständen entsprechend gut, fällt er doch auf eine jedem normalen Arbeitnehmer selbst nach 200-jährigem Einzahlen in die Rentenkasse nicht annähernd erreichbare Pensionsvergütung.
Weitere Stellungnahmen werden in Bälde aus dem Luxusrentnerparadies Antigua and Barbuda erwartet.
Alle Artikel des Autors: Fario Do

