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Matthias Lanzinger amputiert; Bein beschlagnahmt

Eduard vom SteinhofLiebe LeserInnen!

Bei den Szenen, die vergangenes Wochenende live (zumindest in die österreichischen Haushalte) gesendet wurden, konnte einem schon schlecht werden. Da stürtzt ein österreichischer Nachwuchsfahrer, der sich (jetzt muss man schon sagen todesmutig) den Super-G in Kvitfjell antat, kurz vor dem Ziel fürchterlichst, und jeder medizinische Laie am Bildschirm wusste sofort, das gab ärgste Verletzungen. Einen Unterschenkel, der sowas von ab war, hatte man bis dato bei einer Sportübertragung noch nicht gesehen.

Heute weiß man, das Abenteuer Ski-Weltcup hätte Matthias Lanzinger nach diesem Sturz auch das Leben kosten können. Insofern muss man von Glück sprechen, er verlor nur einen Unterschenkel und kann vielleicht (und so er überhaupt noch will) in ein paar Jahren mit einer vom ÖSV gesponsorten High-Tech-Prothese bei den Paralympics starten. Der amputierte Unterschenkel wurde zwecks Beweissicherung für etwaige Regressansprüche schon mal beschlagnahmt. Man weiß ja nie, wozu man dieses Teil noch gebrauchen kann.

Für den Abtransport von Schwerverletzten stand in Kvitfjell kein Rettungshubschrauber zur Verfügung. Nach einigem Hin und Her wurde ein Personenhubschrauber organisiert, aus dem dann aber schnell noch die Sitzbank ausgebaut werden musste. So verstrich Minute um Minute die goldene 1. Stunde der Notfallmedizin bis der Skirennläufer endlich ins Krankenhaus von Lillehammer abtransportiert wurde. Dort angekommen musste jedoch festgestellt werden, dass man an diesem Ort für derartige Operationen nicht entsprechend ausgerüstet ist. Der Weiterflug nach Oslo ließ sich nicht vermeiden und am Ende dieser Odysee und einer die ganze Nacht dauernden missglückten Operation stand die Amputation des verletzten Unterschenkels.

Es grüßt bis zur besseren Notfallversorgung ein Skirennmoratorium fordernd

Eduard vom Steinhof

 

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Eine Reaktion zu “Matthias Lanzinger amputiert; Bein beschlagnahmt”

  1. hoyzer

    ich erinnere mich noch sehr gut an den 29. 1. 1994, als die - ebenfalls in salzburg beheimatete - ulrike maier auf der kandahar-abfahrt in garmisch nach einem sturz mit dem genick an einem holzpflock (an dem eine zeitmeßanlage fixiert war) hängenblieb und ihr körper daraufhin sofort so leblos bergab schleuderte, wie der unterschenkel von matthias lanzinger am wochenende.

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