Schilderwald verwirrt die Menschheit - Schilderraten für Nichtkroaten
Liebe LeserInnen!
Manchesmal frage ich mich, wie unsere Urväter und -mütter sich eigentlich auf diesem Planeten zurecht gefunden haben.
Des Schreibens offenkundig noch nicht mächtig und in der Herstellung von tranportierbaren Zeichnungen noch nicht sehr erfolgreich (die Höhlenwände von Lascaux und andere vergleichbare Informationsträger waren einfach zu schwer), standen ihnen zur Orientierung nur die Sonne, die Sterne und der gesunde Menschenverstand zur Verfügung.
Im Laufe der weiteren Kultivierung und Verfeinerung der menschlichen Fähigkeiten gelang es immer besser, Informationen tragbar zu machen. Es wurden nicht mehr ganze Höhlenwände sondern einzelne Steinplatten beschriftet, Lederhäute, Birkenrinde, Papyrus und Pergament als Trägermaterialien entdeckt sowie schließlich sogar das Papier erfunden. Die Informationen konnten nun 1:1 über weite Strecken und an jeden Ort gebracht werden.
Mit dem Ausbau der Wegenetze entwickelte sich endlich auch das Schilderwesen und an dieser Erscheinung haben wir noch heute zu knabbern. Das Handwerk des Schildermalers (auf Grund der rasanten Ereignisse in der IT-Technologie vom Aussterben bedroht) ist Beleg für die Notwendigkeit, ein jedes Schild auch mit dem entsprechenden Wissen über den Hintergrund der Verwendung zu gestalten. Das Schild ist im besten Fall Informationsträger einer eindeutigen Information und diese soll dem Rezipienten bei Anblick des selben unmissverständlich und sofort klar werden.
Wer schon einmal versucht hat, sich auf fremden Flughäfen, Bahnhöfen oder in U-Bahn-Stationen zurecht zu finden, weiß wie viele Varianten des Scheiterns an dieser nicht ganz einfachen Aufgabe unseren Alltag verunzieren. Kommen dann noch kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung und Bewertung von Bildern hinzu, wird es dem Schild nahezu unmöglich, seiner Bestimmung nachzukommen.
Auf meiner letzten Recherchereise habe ich nun ein besonders schönes Exemplar der Beschilderung entdeckt und möchte es Ihnen nun zur individuellen Interpretation ans Herz legen.

© Eduard vom Steinhof -> Schilderraten für Nichtkroaten
Bitte sind Sie so frei und machen Sie sich selbst einen Eindruck davon, was Ihnen diese sechs Schilder sagen wollen. Meine Vorschläge finden Sie hier von oben links nach unten rechts sortiert:
1. Schwarze Kleidung tragen verboten
2. Hier werden schwere Lasten auf nicht sachgerechte Weise transportiert
3. Wenn Sie ein i dabei haben, werden wir es mit Hammer und Nägeln bewerfen
4. Bitte Schnürschuhe und Gamaschen tragen
5. Nur Angehörige der deutschen Wehrmacht eintreten
6. Beim Marschieren bitte anseilen
Falls Sie des Kroatischen mächtig sind, wäre es sehr nett, wenn Sie die Übersetzung der Bildunterschriften in einem kurzen Kommentar dem werten Publikum zur verfügung stellten. Ein Buchstaben- oder Zeilenhonorar kann für diese Leistung nicht geltend gemacht werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Es grüßt nach seiner Schilddrüse tatend
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Am 26. März 2008 um 14:00 Uhr
Sehr geehrter Ed van schleck,
ich schlecke mir noch jetzt (mindestens 7 Minuten sind schon vergangen) die Lippen und bin ob der wissenschaftlichen Fundiertheit mehr als entzückt.
Wir, die NHZettis, fordern alle Leser auf, die Augen nach solchen Leckerbissen der Schilderkunst offen zu halten.
Und bitte, nehmen sie die I’s raus aus ihren Handtaschen. Sie könnten ihrer Gesundheit schaden.
Meister Jeder, manisch - schildisch
Am 26. März 2008 um 19:04 Uhr
Lieber Leser!
Vielen Dank, dass Sie dem aufklärerischen Auftrag nachgekommen sind.
Allerdings war das jetzt aber überhaupt nicht lustig!
Es grüßt auf der Suche nach den HumoristInnen
Eduard vom Steinhof