Satire-Zeitung für Online-Satire

Resozialisierung in den USA

Eduard vom SteinhofLiebe LeserInnen!

Alle Welt hackt fortwärend auf den USA herum, weil sie mit ihren Straftätern, Terroristen, etc. nicht gerade zimperlich umgehen.

Ich muss Sie nicht extra auf Todesstrafe, Guantanamo und chronisch überfüllte Gefängnisse hinweisen. Das ist aller Welt hinreichend bekannt. Jetzt aber muss der Fairness halber auch mal auf die geradezu revolutionären Maßnahmen dieses Landes im Bereich Resozialisierung hingewiesen werden.

Natürlich ist hier nicht die Rede von Bootcamps für delinquente Jugendliche. Auch darüber wurde bereits Länge mal Breite berichtet. Es geht vielmehr um einen völlig neuen Ansatz, der von New York bis Los Angeles derzeit erprobt wird. Die Häftlinge reißen sich geradezu um die Aufnahme in dieses neue Resozialisierungsprogramm, das dazu dienen soll, dem Regime der Regierung von George W. Bush zu einem menschlicheren Antlitz und den Knackis zu einem verheißungsvollen Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu verhelfen.

Sport spielt im Alltag des Gefängnislebens schon längst eine große Rolle und wir kennen alle die Bilder vom Gefängnishof mit den obligatorischen Basketballkörben aus diversen Hollywood-Produktionen. Im Rahmen des neuen Programms wird der Ansatz “Bewegung hilft Aggressionen abbauen” nun erweitert auf “Bewegung schafft neue Berufschancen”.

Resozialisierung

© Eduard vom Steinhof -> Resozialisierung in den USA

In allen Gefängnisanstalten der Vereinigten Staaten wurden deshalb in den letzten Monaten so genannte Driving Ranges (s. Foto) aufgebaut, in denen die Verurteilten für ihre Karriere nach der Knastkarriere trainieren können. Ben Hogan, Jack Nicklaus, Gary Player und sogar Tiger Woods konnten als Schirmherren für diese Aktion gewonnen werden. Sie erklärten sich bereit, an drei Tagen in der Woche den Dieben, Räubern, Vergewaltigern und Mördern den richtigen Abschlag und das Putten beizubringen.

Werden die Golfplätze der Welt in Zukunft etwas von ihrem elitären Flair verlieren, wenn sie von großflächig tätowierten und muskelbepackten Kerlen überlaufen werden? Wir sind äußerst gespannt und werden die Entwicklung des Projektes mit regem Interesse verfolgen.

Es grüßt ein “Hole In One” schlagend

Eduard vom Steinhof

 

Alle Artikel des Autors: Eduard vom Steinhof

2 Reaktionen zu “Resozialisierung in den USA”

  1. Langner

    Was ist denn das für eine Narretei. Ich hoffe, den deutschen Golfplätzen bleibt dieser Wahnsinn erspart. Welchen Sport außer Polo kann man denn dann als herrschende Klasse noch exklusiv ausüben?

  2. chrisdaberber

    Resozialisierung in den USA…daß ich nicht lache! Dieser “Gottesstaat” tritt die Menschenrechte mit Füßen - und daß schon seit den Anfängen.
    Das sog. Land der unbegrenzten Möglichkeiten…unbegrenzte Möglichkeiten? Ja, aber nur für die sog. Elite. Die bereits reichen und mächtigen - jene “Interessen-
    gemeinschaft” die mit George W. Ihren “Repräsentanten” eingesetzt hat…
    Es ist fast schon Hohn, die USA mit “Sozialer Gerechtigkeit”, “Menschenrechten”, “Pressefreiheit”, “Umweltschutz” und dergl. in Verbindung zu bringen!!!
    Ich persönlich finde auch den Amerika-freundlichen Kurs der CDU/CSU (oder soll ich es ” schleimiges anbiedern ” nennen?!) sehr bedenklich.
    Wenn schon Gespräche mit Vertretern der USA stattfinden müssen, sollte nicht ständig “um den heißen Brei herum geredet werden”! Da sollten unsere “christlich demokratisch/sozialen sog. Volksvertreter” den bedenklichen Umgang mit Menschenrechten öffentlich kritisieren und den diplomatischen Kontkt zu den USA abbrechen!!!
    Der sog. Weltpolizist verhält sich nicht besser als die sog. Schurkenstaaten.
    Die eigentliche “Achse des Bösen” besteht aus den USA und der Koalition der Willigen!!!
    Das müßte doch selbst dem dümmsten klar sein!!!
    Die Welt (uvA. die Politiker) vergessen viel zu schnell - z.B. wer ohne UN-Mandat einen illegalen “Angriffskrieg” gegen z.B. den Irak geführt hat…im Vorfeld die Welt mit Fehlinformationen für dumm verkaufen wollte…sich prinzipiell nicht an die Genfer Konvention hält…
    Das Land der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten sollte erstmal lernen, Mensch, Tier und Umwelt zu achten - anstatt über Leichen zu gehen um eigene Interessen zu verfolgen ( wie bisher immer in der Geschichte) !
    MfG. Chris

Einen Kommentar schreiben

Abonnieren ohne zu kommentieren