Satiere auf der roten Liste der gefährdeten Arten; Damoklesschwerter bedrohen NHZ
Und schon wieder wird, in diesem Augenblick, durch richterliches Machtgehabe verhängt, irgendwo auf der Welt eine Satierezeitschrift mundtot gemacht. Satiere, trotz ihrer hässlichen Fratze Geschöpfe Gottes, erleiden in diesen Tagen ungeheuerliches.
Organisierte Hetzjagden, Killerkommandos, öffentlichkeitsgeile Richter und deren Subalterne, vergiftete Köder, Einzelhaft, beleidigte Prominente, noch beleidigtere Politiker und Abmahnvereine der übelsten Sorte, mit all diesem müssen sich Satierezeitschriften, digital oder bleiern, mittlerweile herumschlagen. Satiereblätter wie BILD und Frankfurter Allgemeine Zatiere kämpfen praktisch täglich ums überleben. Bei jedem Klingeln droht das Damoklesschwert zu fallen. Die Gerichtstermine nehmen einen grossteil der Arbeitszeit in Anspruch. Eigene Rechtsabteilungen müssen mittlerweile unterhalten werden. Der Anteil der Satierezeitschriften am Gesamtzeitschriftenmarkt ist praktisch um 300% zurückgegangen, von 94,24% 2006 auf 300% weniger 2007.
Amnesty International unterhält seit Neuestem eine eigene Sparte “verfolgte und gedemütigte Satieriker”. “Die Arbeit auf diesem Gebiet erfordert Fingerspitzengefühl und Toleranz,” erklärt Heinrich von der Gut der NHZ, “Satieriker können, wenn sie in die Enge getrieben werden, bößartig und verletzend sein. Wir erinnern an den großen Wilhelm Busch. Er liess Menschen braten und vierteilen nur weil man ihn vor Gericht zerren wollte.”
Die letzten Satierzeitschriften wurden jetzt in die rote Liste der gefährdeten Arten aufgenommen. Satierzeitschriften dürfen jetzt nur noch in Zoos und Krankenhäusern gelesen werden. Wer mit gelesenen und / oder zerfledderten Satierezeitschriften Handel treibt, oder gelesene und / oder zerfledderte in Umlauf bringt, wird mit Kerker nicht unter drei Jahrzehnten bestraft. Der Konsum diverser Satierezeitschriften ist exclusive. Verschiedene Zoos haben begonnen ein Aufzuchtprogramm zu entwickeln. Durch Kreuzung verschiedenster Satieriker soll die Art dauerhaft erhalten bleiben. Die Zeitschrift Titanic wurde zum Beispiel erfolglos mit der Hör Zu gepaart. Auch die Vermählung von Praline und Schwedinnenrätsel scheiterte. Der Pardon ihre Partnerin Schöner Wohnen musste, wegen mangelnder Ausstattung, die Vereinigung versagt werden. Das Aufzuchtprogramm wird trotz der ersten Fehlschläge weitergeführt.
Die Bevölkerung ist aufgerufen geeignete fortpflanzungsfähige Liebespaare zu benennen. Wir müssen rasch handeln, da die Gehirne der Satieriker sich schon am zurückbilden sind. Der WSF (World Satieriker Found) ist besorgt und vergibt Patenschaften. Paten verpflchten sich, ihren Satieriker an die Hand zu nehmen und ihm wieder Hoffnung zu geben, dass Satiere sich lohnt und was Gutes ist.
Alle Artikel des Autors: Meister Jeder Dadaist

