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Gabancha, das Nudelgericht das es in sich hat; nur für Revolutionäre, Künstler und Verliebte

Kochrezepte finden sie überall. Mal sind die Paprika gelb, mal blau. Mal heißt der Essig Bieressig, mal Apfelessig. Mal liegt die Gabel rechts, mal links. Also eigentlich kein Grund das hundertmillionste Rezept abzudrucken. Aber Gabancha hat es in sich. Feurig wie das Leben, scharf wie ein Vulkan und heiß wie die Sonne, Gabancha macht Lahme wieder gehend und Blinde wieder sehend. Da wir durch unseren Starreporter Meister Jeder in den Genuss dieses Mahls kamen, entschlossen wir uns die geliebten Leser an unserer Freude teilhaben zulassen. Leider müssen sie das Essen selber, in ihrer Küche zubereiten, aber versprochen:

Sie werden dieses Mahl nie mehr vergessen! Gabancha ist Liebe!

Zutaten für 2 Personen:

Zwei kleine (alt. eine große) Zwiebel

200 Gramm Hühnerbrust

bedeckter Handteller roter Paprika

bedeckter Handteller Curry

halb bedeckter Handteller Pfeffer schwarz

16 Zentimeter Tomatenmark (2fach) aus der Tube

167 Gramm Nudeln

3,56 Eßlöffel Pflanzenöl

ein halbvoller Pott voll Salzwasser

Unscheinbar als Einzelzutaten entwickeln diese Ingredentien ein Feuerwerk in ihrer Küche und in ihrem Gaumen. Heizen sie eine Pfanne auf. Rotglühend sollte sie sein. Geben sie vorsichtig die Eßlöffel Öl hinzu. Das Öl braucht einen Moment Ruhe um auf Temperatur zu kommen. Kurz vor dem Höhepunkt geben sie die kleingehackten Zwiebeln in das heisse Öl. Es darf spruzeln und zischen, alles gewollt und physikalisch einwandfrei. Wenn die Zwiebeln ihre weisse Farbe, Künstler bitte jetzt nicht in der Redaktion anrufen, verlieren, dann schlägt die Stunde der Gewürze. Hauen sie alles rein. Alles was sie vorher schon schön abgewogen hatten, rein in die Pfanne. Ihre olfaktorischen Fähigkeiten werden einer harten Prüfung unterzogen. Das Fleisch schneiden sie bitteschön sehr fein. Die kleinen Stücke dürfen, wenn die Gewürze danach verlangen dem Ölpflatsch hinzu gegeben werden. Das ganse bitteschön mehrmals wenden. Die Pfanne nicht mit den bloßen Händen anlangen, das würde dass ganse Mahl vorzeitig beenden. Nun kommt die Stunde des Tomatenmarks. Doppelt gepresst legen sie die Tomatenwurst in die Fleischpfanne. Rühren, rühren und nochmals rühren. Nach 5 minuten ist es geschafft. Gabancha kann auf den Tisch. Pech nur wenn sie die Nudeln vergessen haben. Dann gibts Gabancha halt mit Brot oder so.

Vor lauter aufschreiben hab ich tierisch einen Hunger bekommen. Gehe geich mal in die Küche und werde mir ein heisses Gabancha brutzeln.

Guten Appetit!

 

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Eine Reaktion zu “Gabancha, das Nudelgericht das es in sich hat; nur für Revolutionäre, Künstler und Verliebte”

  1. AH

    LESERBRIEF

    Hochverehrter Meister,

    als regelmäßiger – und durchaus angetaner Leser der Neuen Havanna Zeitung (i.f. NHZ) - fühle ich mich doch bemüßigt mal feed -back zu geben – zumal ich sicher bin auch ein Geheimnis lüften zu können, ohne dass die “Neue Frau”, Dein bevorzugtes Medium davon vorab informiert ist..
    Zuerst mal zum operativen Geschäft. Lieber Meister Jeder: Deine Rezepte sind zum Kotzen; da erwarte ich mir ein bißchen Lebenshilfe in meinem trögen Arbeitslosendasein und was bekomm ich: ungenießbares Zeuch und War. Das kannst Du ja nicht essen, was Du vorschlägst. Dies gilt im besonderen für Dein Gabancha, das ich nachgekocht habe; da spielen in der Rezeptur doch auch ein paar hormonelle, wechseljahrspezifische Komponenten mit. Lieber Meister, überdenk Deine regelmäßige Kolumne noch mal; Du willst doch Deine letzten Leser nicht auf einem so tragisch, irdisch-nichtirdischen Weg verlieren, indem sie Deine Rezepte nachkochen.

    Zum strategischen Geschäft der NHZ: Nicolas Cage zieht in die Oberpfalz, Brad Pitt nach Berlin, ist es nicht an der Zeit das Geheimnis um die Herausgeberschaft der NHZ zu lüften: der Dalai Lama hat sich in Fürth niedergelassen und betreibt seine Geschäfte von dort aus. Bevorzugt hält er sich in tschechisch-orientierten Kneipen auf; einem unserer Mitarbeiter, leider keiner Mitarbeiterin, ist ein bisher unveröffentlichter Schnapsschuss gelungen., den ich aber hier nicht veröffentlichen kann/will; da krieg ich anderweitig Kohe dafür.
    So hart sind die Geschaefte - auch fuer die NHZ und ihre LeserInnen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Anonymus

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