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Les Derniers Jours de Tahiti

Eigentlich sollte es eine vergnügliche Reise nach Französisch-Polynesien werden und eine Reise ins frühe 20. Jahrhundert  Murnaus Tabu auf der Festplatte des Laptops und Freuds Totem und Tabu im Handgepäck machte ich mich vor wengien Tagen von Santiago de Chile aus auf den Weg in die Südsee, um Robert Flahertys Südseebilder mit eigenen Augen sehen zu können, nach Tahiti wollte ich und nach Bora Bora. Es wurde eine der letzten Reisen, die ein Mensch nach  Tahiti in Französisch-Polynesien  unternehmen konnte.

Tahiti existiert nicht mehr.

Den letzten Tagen Tahitis, les derniers jours de Tahiti, steht das alte Europa glelchgültig gegenüber. Lediglich der Vulkanausbruch auf dem Meeresgrund vor Tonga, auf dem halten Weg zwischen Neuseeland und dem ehemaligen Tahiti gelegen, und nach Auskunft chinesischer Geologen ausgelöst durch tektonische Verwerfungen, die der rasante Abbau des pazifischen Eilands in den letzten Wochen hervorgerufen hatte, fand sich als kurze Meldung in westlichen  Medien wieder. Europa  tanzt auf dem Vulkan der Weltwirtschaftskrise und interessiert sich allenfalls noch für das Inzestmonster von Amstetten und die Afrikareise des heiligen Vaters. Tahiti ist tabu.

Die beigefügte Bildsequenz wurde Mitte März im Rahmen der noch geheimen chinesischen Shenzhou 10-Mission aufgenommen.

Tahiti soll bis Oktober 2009 im chineisischen Meer vor Shanghai wiedererstehen.

Bleibt noch das Bonmot eines chinesischen Bau-Ingenieurs, mit dem ich über das Tabuthema Tahiti in Papeete sprach und der mir sichtlich abgemagert vorkam: Spätestens  im Oktober wird ein Tabu auf der Insel fallen - der Nichtverzehr von Hundefleisch!

C.A. Rotwang             Bora Bora im März 2009

 

Alle Artikel des Autors: C.A. Rotwang

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