Ultratriathlon ist Wahnsinn
Liebe LeserInnen!
Einem Athletenbetreuer bei der diesjährigen Europameisterschaft im Ultratriathlon, die über die doppelte Iron-Man-Distanz ausgetragen wird, entfuhr der Satz: “Wer einen derartigen Wahnsinn braucht, um zu spüren, dass er lebt, der ist schon längst tot!” Diesem Satz kann ich mich nur bedingungslos anschließen.
Knapp 50 Männer und fünf Frauen begannen am Pfingstsamstag einen Wettkampf, der scheinbar beschaulich mit 7,6 km Schwimmen (entsprechend 152 Bahnen) im 50m-Becken des Neulengbacher Freibades seinen Anfang nahm. Unter widrigsten Wetterbedingungen (Starkregen und Temperaturen um die 10° Celsius) kurbelten sich die AthletInnen Verrückten durch das Wasser.

© Eduard vom Steinhof -> Ultratriathlon ist Wahnsinn
Nach knapp vier Stunden durfte auch der Langsamste dem Becken entsteigen und sich auf die Aufholjagd in Richtung längst entschwundener Spitze des Feldes begeben. Auf einer Radstrecke über die Kindergartendistanz von 360 km bleibt dafür wenigstens ausreichend Zeit.
Lockere 37 Runden auf dem Rundkurs waren teilweise im normalen Straßenverkehr inmitten von Autos zurückzulegen. Tagsüber vielleicht noch vertretbar, nachts jedoch ein nicht unerhebliches Risiko auf den Landstraßen Niederösterreichs, wenn man die vielen sturzbetrunkenen DiscothekenheimkehrerInnen bedenkt.
Alle, die diese schnuckelige Radtour überlebt haben, durften sich schließlich freuen, endlich die Laufschuhe anzulegen, denn die abschließenden läppischen 84 km der Laufstrecke sollten das Sahnehäubchen dieses Wettbewerbs für Jenseitige darstellen. Unbedeutende 126 Runden laufen die hartgesottenen AthletInnen mal eben auf einer Schuhsohle ab.
Wer diese Tortur in einer Gesamtzeit von nicht mehr als 36 Stunden bewältigt, darf sich fortan erfolgreiche/r FinisherIn nennen, bekommt ein ultraschickes Leiberl (Shirt), eine Katzengoldmedaille und sofern er/sie am nächsten Tag noch in der Lage ist, der SiegerInnenehrung beizuwohnen, gibt es zum Abschied noch einen supertollen Pokal, den man für den Rest seines Lebens regelmäßig abstauben darf. Wenn das kein Ansporn ist?!?
Es grüßt ganz entspannt die Beine hoch legend
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Am 1. Juni 2009 um 19:31 Uhr
War gerade auf dem Weg in die Küche und zurück. Mann spür ich meine Knochen. Sport am Rande der Selbstzerstörung. Ich sollte besser aufpassen auf mich und meine Gesundheit.
Meister Jeder, extrem sportelnd
Am 2. Juni 2009 um 11:50 Uhr
Werter EvS,
kann es sein, daß Sie vergassen von der Existenz einer ominösen Liste [100 Best European- oder waren es doch nur Deutsche? - Double Ultra Triathlets] zu berichten, in der aktuell JEDER Finisher (das sind die, die diese läppischen Distanz innerhalb des Zeitlimits von 36 Stunden lebend absolviert haben) eingeschrieben wird, aus dem einfachen Grund, daß es bisher noch keine 100 - europäischen oder deutschen - Verrückten gegeben hat, die dies geschafft haben?
Ansonsten Kompliment zu diesem Artikel, der den Eindruck vermittelt, daß der berichtende Reporter die Leiden dieses Wahnsinns hautnah, eiskalt und unter massivem persönlichen Einsatz erfahren/-laufen hat!
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