Satire-Zeitung für Online-Satire

Wie wird man Millionär?

Eduard vom SteinhofLiebe LeserInnen!

Diese Frage hat sich fast jede/r einmal gestellt und in den USA wurde der sicherste und erfolgversprechendste Weg stets damit beschrieben, man möge als Tellerwäscher anfangen und der Rest ergäbe sich dann quasi von allein.

Wir von der NHZ wissen es nun besser. Der sicherste Weg zum Millionär führt nicht über die Spülbecken in abgetakelten Küchen verkommener Restaurants in den USA, sondern befindet sich wieder einmal in Good Old Europe. In einem Land, welches den aufmerksamen LeserInnen der NHZ auch dadurch bekannt ist, dass schwarzen Katzen dort schnell mal der Garaus gemacht wird, liegt die Million zwar nicht gerade auf der Straße, aber zumindest fast.

In Umfragen wurde dort ermittelt, wie viele Wertgegenstände von Urlaubern an den Stränden dieses schönen Landes Monat für Monat liegen bleiben. Man mag es kaum glauben, einem Normalsterblichen wird bei solchen Summen ja immer noch schwindelig, aber es handelt sich um Werte in der Höhe von sagenhaften 18 Millionen €!

Wir meinen, das ist doch eine Reise Wert! Vergessen Sie den Ärger über überfüllte Strände und ständig besetzte Strandliegen. Freuen Sie sich, denn Ihr Mitnutzer am Strand ist ein potenzieller Verlierer. Jetzt fläzt er noch auf der von Ihnen begehrten Liege, aber am späten Nachmittag oder Abend, wenn er sie endlich wieder frei gibt, können Sie dort die von ihm vergessenen Wertgegenstände in Form von Uhren, Sonnenbrillen, Handys, Schmuck, Gold und Diamanten abholen.

Sie brauchen sich nur ein paar Mal bücken, ein wenig im Sand scharren und schon werden Sie Millionär. Sie können bei der Beutejagd auch gleich die ganze Familie mit einspannen. Geben Sie Ihren Kindern wie üblich ein Schäufelchen und ein Sieb in die Hand und erteilen Sie Ihnen konkrete Anweisungen, wonach sie den Strand durchsieben sollen. Bei neugierigen Nachfragen anderer Strandnutzer erklären Sie einfach, Sie bauten gerade eine Sandburg oder seien auf der Suche nach Muscheln. Seien Sie sicher, das interessiert im Zeitalter von Jetski, Banana-Boat und Kite-Surfen keine Sau mehr und Sie können ungestört weiter Ihre Sammlung vervollständigen.

D ie NHZ-Redaktion hat für den nächsten Betriebsausflug bereits einen Reisebus nach Italien gebucht und die halbe Belegschaft ist bereits mit Sieb, Schaufel und Metalldetektor ausgestattet. Restplätze im Bus sind noch vorhanden und können zu günstigen Preisen an unsere geschätzten LeserInnen weiter verkauft werden. Mitgebrachte Wertgegenstände werden vor der Abfahrt durch die Redaktionsleitung persönlich eingesammelt, damit das Sammelergebnis der TeilnehmerInnen nicht verfälscht werden kann.

Es grüßt im Strandkorb sitzend

Eduard vom Steinhof

 

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